Kultursprengung in Dautphetal- Herzhausen
Nachdem zum ersten mal im Jahr 1985 eine Biotopsprengung durch den Ortsverband Biedenkopf durchgeführt worden war, war
man von Seiten des Landkreises- Marburg- Biedenkopf Mitte diesen Jahres wieder an den Ortsverband herangetreten, ob eine Nachsprengung des mittlerweile zum Teil wieder verlandeten Biotops möglich wäre. Dies wurde dann kurzfristig auf eine Erweiterungssprengung geändert. Da Biedenkopf über keine Fachgruppe Sprengen verfügt, wurde die Anfrage an die zuständige Geschäftsstelle in Giessen weitergeleitet. Der Geschäftsführerbereich Giessen verfügt in dem Ortsverband Wächtersbach über eine Sprenggruppe und so kam es, dass die verantwortliche Sprengberechtigte Ortrud Blatt aus eben jenem Ortsverband kam. Unterstützt wurde sie in ihrer Arbeit durch den Sprengberechtigten Ekkehard Krell aus Giessen und Sprenghelfern aus Wächtersbach, Giessen, Bensheim und Marburg.
Bereits am Samstag, den 26.11.2005 waren vom Ortsverband Biedenkopf 94 Sprenglöcher von 1 bis 1,8 Metern Tiefe ins Erdreich gebohrt worden und mit Rundhölzern verschlossen worden, damit diese nicht wieder zusacken konnten.
Am Samstag, den 03.12. war es dann soweit. Bereits am frühen Morgen wurden die Sprenglöcher mit den Ladungen bestückt, so dass insgesamt etwa 170 Kilogramm gelatinöser Sprengstoff (in einer Art Mehl gebunden) ins Erdreich eingebracht wurde und die Arbeiten gegen Mittag beendet waren. Dann hieß es warten, denn eine Sprengung muss zu dem Zeitpunkt ausgeführt werden, zu dem sie genehmigt ist.
Das war dann um 15.30Uhr der Fall. Nach zweimaligem Trompetensignal und dem Countdown war es dann soweit. Innerhalb von 125Millisekunden wurde der Sprengstoff in Abständen von 25Millisekunden in fünf Zeitstufen gezündet, um eine gleichmäßigere Detonation zu erreichen. Für den Betrachter sah es allerdings nur nach einer gewaltigen Explosion aus, bei der das Erdreich auf eine Fläche von 35 mal 15 Metern etwa 20 Meter in die Luft geschleudert wurde. Das dritte Trompetensignal gab dann Entwarnung.
Eine kurze Schrecksekunde gab es noch mal, als sich bei der anschließenden Kontrolle ein einzelnes Sprengstoffröllchen fand, das nicht detoniert war. Mit einer kleinen Vernichtungssprengung konnte diese Ladung dann aber auch zur Detonation gebracht werden.
Unterstützt wurden die THW- Helfer dabei von den Freiwilligen Feuerwehren aus Dautphetal- Holzhausen und Dautphetal- Herzhausen, die mit Posten darauf achtete, dass sich niemand in dem Sicherheitsbereich von etwa 200- 300 Metern aufhielt. Die nahe liegende Bundesstrasse B453 wurde von der Polizei kurzzeitig während der Sprengung gesperrt, allerdings nicht, wegen der Gefahr herumfliegender Dreckstücke, sondern wegen der Gefahr, dass Autofahrer durch die Detonation erschreckt vom rechten Pfad abkommen könnten.