Limburg a. d. Lahn, 30.08.2019, von T. Weiß

Panta Rhei – Alles im Fluss!

Großübung in Limburg a. d. Lahn

Panta Rhei ist altgriechisch und bedeutet so viel wie „alles im Werden“, oder „alles fließt“. Seit vergangenem Wochenende ist dies auch der Titel einer großangelegten Übung der Regionalstellen Frankfurt und Gießen, an dem fast 500 Einsatzkräfte aus den beiden Regionalbereichen und darüber hinaus teilnahmen.

Zwar sind THW Einsatzkräfte immer wieder auf örtlicher Ebene im Einsatz, aber dabei handelt es sich oft um Einsätze nach dem Prinzip „schnell hin, schnell wieder nach Hause“. Doch sind das nicht die Szenarien, für die das THW eigentlich aufgestellt ist. So wurde 2018 die Idee geboren, „mal was richtig Großes zu machen“, wie Stephan Thies, Sachbearbeiter Einsatz der Regionalstelle Gießen seinen Frankfurter Kollegen zitierte. Ziel war es, die Einsatzkräfte des THW über einen längeren Zeitraum mit verschiedensten Schadenszenarien und Aufgabenstellungen zu konfrontieren. Panta Rhei 2019 dauerte zwei Tage. Das bedeutet, dass ein Schichtbetrieb gewährleistet sein, und für Unterbringung und Verpflegung, sowie die Versorgung mit Verbrauchsgütern gesorgt werden musste.

All diese logistischen Prozesse laufen größtenteils im sogenannten Bereitstellungsraum ab. Dieser lag mitten in Limburg, auf dem Festplatz bei den Markthallen. Dort wo sich sonst Riesenräder drehen und Festzelte stehen, sah es zwei Tage lang aus, wie auf einem großen Zeltplatz mit angeschlossenem LKW-Parkplatz.  Im Bereitstellungsraum sorgt das Betriebspersonal dafür, dass es den Helferinnen und Helfern nach ihrer Rückkehr von den Einsatzstellen an nichts mangelt.

Dort war auch die Fachgruppe Elektroversorgung des THW Biedenkopf eingesetzt. Zwar wurde unter anderem aus Gründen des Umweltschutzes auf einen Dauerbetrieb der dieselbetriebenen Netzersatzanlage (NEA) verzichtet, aber diese stand permanent auf Stand-by für den Fall, dass z.B. die Stromversorgung in der Küche ausgefallen wäre. 

Aber auch ohne laufende NEA gab es für die Helfer aus Biedenkopf genug zu tun. Bereits vor dem Eintreffen der Helfer aus den Technischen Zügen, die an den Einsatzstellen üben sollten, begann der Aufbau am Freitagnachmittag. Die Schlafzelte mussten mit Strom versorgt werden, um Beleuchtung oder so einfach Dinge, wie das Laden der Handys und Funkgeräte zu gewährleisten. Die Küche musste ans Stromnetz angeschlossen werden, damit dort im Schicht-Betrieb gekocht werden konnte. Auch die Führungsstellen mussten mit Strom versorgt werden, damit Drucker, Laptops und Fernmeldeverbindungen funktionierten. Mit normalen 230 Volt Haushaltsleitungen hatte das nicht mehr viel zu tun. „Ihr seid also die Leute mit den dicken Steckern“ wurden die Helfer aus Biedenkopf begrüßt. Unterarmdicke Leitungen wurden verlegt und Baustromverteiler angeschlossen, die so zu platzieren waren, dass Länge der Leitungen und die optimale Versorgung auf der gesamten Fläche in Einklang waren. Nach dem Aufbau der Elektroinfrastruktur, musste dann deren Betrieb sichergestellt werden. Was im Haus hin und wieder passiert, passiert im Freien öfter, und so mussten immer wieder die verschiedenen Ursachen für ausgelöste Sicherungen gefunden und behoben werden. Die Pausen dazwischen wurden genutzt, um Material wieder instand zu setzen und zu prüfen oder mit Kraftfahrern beim Transport von Verpflegung und Material an die Einsatzstellen zu unterstützen. Unterstützt wurden die Helfer aus Biedenkopf dabei von Helfern der Elektrofachgruppe aus Siegen. Zwar liegt Siegen schon in einem benachbarten Landesverband, aber die gute Zusammenarbeit zeigt eine der Stärken der Bundesorganisation THW. Bundesweit einheitliche Strukturen, Ausbildung und Ausstattung machen es möglich, dass die Zusammenarbeit vom Start weg gut funktioniert.

Neben der Fachgruppe Elektroversorgung war auch ein Helfer des THW Biedenkopf für das Einsatznachsorgeteam (ENT) Hessen im Bereitstellungsraum im Einsatz. Glücklicherweise konnte sich das ENT ganz darauf konzentrieren, seine Arbeit vorzustellen.

Nach dem Abbau und Verladen der Ausstattung am Sonntagnachmittag machte sich eine müde, aber ansonsten zufriedene Gruppe wieder auf in die Unterkunft nach Biedenkopf. Dort wurde die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt, um bereit für den echten Einsatz zu sein. 

Eingesetzte Kräfte: 0/1/6=7

Eingesetzte Fahrzeuge: Ladebordwand (Lbw) E, Netzersatzanlage (NEA), Gerätewagen Beleuchtung (Gw Bel), Mannschaftstransportwagen (MTW) und Anhänger der Helfervereinigung (Anh HV), PKW OV


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