Schongau, 27.06.2019, von J. Mötter / T. Willershäuser

Trinkwasser für Schongau (Bayern)

Trinkwasserlaborantin Jessica Mötter aus dem OV Biedenkopf unterstützte Großübung „Aqua Sana“

Der Zusammenbruch der Trinkwasserversorgung war die Ausgangslage für die Trinkwasserübung "Aqua Sana" vom 20. – 23.06.2019 in Schongau in Bayern. An der Übung nahmen alle fünf Fachgruppen Trinkwasserversorgung aus den Landesverbänden HERPSL, Baden-Württemberg und Bayern teil.

Bereits um 12 Uhr startete die Trinkwasserübung an Fronleichnam, so dass der Tag für die weit angereisten Helfer schon zur Morgendämmerung begann. Unmittelbar nach der Ankunft wurde mit dem Aufbau der Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWAA) begonnen, damit die Versorgung der Bevölkerung in der fiktiven Einsatzlage schnell erfolgen kann. Hierzu wurde eine Ultrafiltrationsanlage eingesetzt, die bis zu 15.000 Liter einwandfreies Trinkwasser pro Stunde produzieren kann.

Zunächst musste hierzu das Rohwasser aus dem Fluss "Lech" analysiert werden, um die optimale Vorbehandlung für das Rohwasser zu finden. So können bereits in großen Absetzbecken Schmutzpartikel durch die sogenannte "Flockung" aussortiert werden. Der Überstand aus diesem Ansatz wird in die TWAA geleitet und durchläuft dort verschiedene Filtrationsschritte. Normalerweise wird auch noch ein Aktivkohle-Modul eingesetzt, dass aufgrund der aufwendigen Entsorgung bei Übungszwecken in der Regel nicht benutzt wird. Im Anschluss erfolgt noch die Behandlung mit UV-Licht und Chlor, um auch die Bakterien und Viren abzutöten, die die Poren der Filter passieren konnten. Die Zugabe von Chlor erfolgt auch, da das produzierte Chlor nicht immer sofort verteilt und getrunken wird und so vor Verkeimung geschützt ist.

Wie rein das Wasser am Ende der TWAA tatsächlich ist, wird in den THW-eigenen Laboren getestet. So können verschiedene physikalische, chemische und biologische Parameter ermittelt werden. Unsere Helferin unterstützte den Ortsverband Wörrstadt als Laborantin und konnte mit Hilfe aller bereitstehenden Tests im feldmäßig aufgebauten Labor herausfinden, dass das Trinkwasser den Normen der deutschen Trinkwasserverordnung entsprach und somit schlussendlich an die Bevölkerung ausgegeben werden könnte. Das Labor wurde hierbei vom Ortsverband Rüsselsheim gestellt.

Zwischendurch kam der Austausch innerhalb der verschiedenen Trinkwassergruppen natürlich auch nicht zu kurz und einige eingebaute Szenarien wurden gemeinsam bewältigt. So beispielsweise das Schweißen von PE-Rohren und der Bau einer Dekontaminationsschleuse aus dem Einsatzgerüstsystem mit dem LKWs einfacher mit Trinkwasser beladen werden könnten, um die Verteilung an die Bevölkerung zu gewährleisten. 

Der Rückbau der TWAA ist nicht weniger aufwendig, da hier alle Teile gut gereinigt und getrocknet werden müssen, um eine Verkeimung zu Vermeiden. Einschließlich der Verladung auf die Fahrzeuge wurde hier ein gesamter Tag beansprucht ehe es am Sonntagmorgen für alle Helfer wieder zurück in die Heimat-Ortsverbände ging.

Wir danken allen Organisationen und Beteiligten, die für den reibungslosen Ablauf gesorgt haben und natürlich dem Ortsverband Wörrstadt für die Übungsmöglichkeit unserer Helferin Jessica Mötter, die neben ihrer Funktion als Gruppenführerin im Ortsverband Biedenkopf noch in der Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (SEEWA) als Trinkwasserlaborantin und Medical tätig ist.


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